Pressespiegel

"Sekretärinnen" erobern die Seebühne

Quelle: Die Rheinpfalz

wenn es nicht so martialisch klänge, müsste man sagen: die "sekretärinnen", eine art musical-revue aus lauter ohrwürmern, haben die edesheimer schlossfestspiele im sturm erobert. die produktion aus dem programm des mannheimer "schatzkistl" erwies sich jedenfalls als "wetterfest". selbst stärkere windböen, immer mal wieder einsetzender regen und fast bis zum schluss schwarz drohende gewitterwolken konnten die zuschauer am freitag nicht von den ungeschützten theaterrängen treiben. man harrte aus. und der grund dafür war einfach gute, ja sehr gute unterhaltung.

an sich ist die sekretärinnen-riege des ursprünglichen musicals von franz wittenbrink ja sehr viel größer: bei ihm gehen die weiblichen aufmüpfigkeiten in einem richtigen großraumbüro über die bühne. regisseur frank landua jedoch hat das ganze auf fünf damen der tippenden zunft reduziert - und dabei wohl getan. sehr präsent, witzig, humorvoll, mit viel selbstironie und spaß an der sache haben annette kienzle, regina steegmüller, cynthia popa, judith schäfer, jeannette friedrich das spezielle "raumklima" einer modernen "schreibstube" über den edesheimer wassergraben gebracht, und auch tobias weis, der einzige mann unter den damen, zeigte sich als wunderbarer sänger, interpret und - ja, als komiker. eros ramazotti jedenfalls gelang ihm so gut, dass ihm die herzen der schreibenden damen nur so zuflogen.

"herz" und "puls" der vergnüglichen aufführung bildeten die fünf sängerinnen, die ihren jeweiligen part je länger je besser bis in die letzte faser ihrer figur ausfüllten und mit ansprechenden stimmen versahen: die plumpe, die schüchterne, die sehnsüchtige, die snobistin, das kleine mädchen, der vamp: alles hatten sie drauf (choreografie: susanne skrobarczyk). und musikalisch reichte ihr mühelos bewältigtes repertoire von den andrew sisters, eartha kitt und marilyn monroe bis zum deutschen schlager, von rap und hiphop bis zum volksliedhaften a-capella-gesang.

klar, dass eine revue wie "sekretärinnen" alle klischees erfüllt: da telefoniert die eine mit dem liebsten, während sie eigentlich arbeiten soll, die andere häkelt babysachen: immerhin lackiert sie sich nicht die fingernägel. eine dritte liest aus dem poesiealbum vor, die vierte ist die blondine vom dienst, die fünfte der arme bauerntrampel, der sich nach liebe sehnt. und alle, alle kreisen, ob sie es wollen oder nicht, um ihren unsichtbaren chef, der sie nummernweise in sein "allerheiligstes" ruft.
aber es ist eine flotte fron, die hier vorgeführt wurde. sie wird mit musik auf den lippen verrichtet, mit liedern und songs vor allem, die das publikum kennt und liebt und nun - mit kabarettistischen girlanden versehen - noch einmal völlig neu erleben kann. dass es keine klappernde schreibmaschinen mehr gibt, sondern nur noch leise klackernde computer-tastaturen: was soll's. es war eine schöne premiere der - auch von der rheinpfalz unterstützten - musicalrevue, und nicht zuletzt michael quast, der brillante mann am synthetischen klavier, hat dafür gesorgt, dass nichts, aber wirklich nichts, aus dem rechten takt geriet.

Von Gabriele Weingartner

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