Pressespiegel

Lieder zur Schreibmaschine

Quelle: Mannheimer Morgen

Es gibt frauen, die meinen, nichts wäre schlimmer, als die zusammenarbeit mit frauen. in einem großraumbüro mit fünf sekretärinnen dürfte es demzufolge hoch hergehen, dürfte getratscht, gestichelt und gemobbt werden, was das zeug hält. dass auch schön gesungen und beinah ins wasser gefallen wird, das ist momentan nur in edesheim denkbar. die musical-revue "sekretärinnen" des franz wittenbrink - ehedem schauspielmusiker am nationaltheater und inzwischen von ham- bis salzburg viel gefragter arrangeur szenischer liederabende - hatte dort premiere und musste sich den vergleich mit etlichen kommunal- oder tourneetheatralischen produktionen gefallen lassen. was dem team um regisseur frank landua aber offensichtlich keine not bereitete, weniger jedenfalls als das premieren-wetter, denn just zu beginn der show entlud sich eine dunkle wolke.

doch das publikum war da, blieb da und ließ sich gern begeistern. schließlich hatte man die darstellerinnen mit sicherer hand gewählt - aus dem inzwischen beeindruckenden künstler-pool von schatzkistl und capitol, die gemeinsam das programm der südpfälzischen festspiele bestreiten. annette kienzle gibt dabei die naive schwangere, lässt sopranig rote rosen regnen, beschwört als gutmenschin vom dienst die "kleinen hände", auf die man nicht draufschlagen soll, beschwört bei "the man i love" jazzig das schicksal der potenziell alleinerziehenden. dass ihre vokale bandbreite beeindruckend ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. regina steegmüller ist chefsekretärin und spätes mädchen, klar, dass sie in ihrer jugend als höhere tochter eine klassische gesangsausbildung absolviert haben muss.

mit trockenem humor lässt sie nicht nur blitzsaubere operntöne in den abendhimmel steigen, sondern auch durchblicken, dass hinter der fassade die bedürftige frau lauert. jeanette friedrich ist derweil die sexuell offenbar erfolgreichste und darf (und kann) deshalb auch entsprechend soulig singen. während cynthia popa reichlich sexappeal, muntere musical-töne und differenziertes (stummes) spiel ins feld führt und judith schäfer den dicken trampel vom land mit herzzerreißend falschen (und manchen schönen) tönen ausstattet. ihr faible für den büroboten (tobias weis mit mut zum schmutzigen sound) wird nicht erwidert, der hahn im korb steht auf fräulein cynthia, die aber offensichtlich von einem schönling mit sixpack träumt.

so hat jede ihre süße not und lässt ihr bei leroy andersons schreibmaschinen-fox freien lauf. michael quast am e-piano unterstützt das tolle treiben mit allen stilistischen wassern gewaschen, und frank landua garniert das bekömmliche menü aus klassikern, schlagern und evergreens zwischen den plastikpalmen mit vielen kleinen aperçus und niedlichen bis derben einfällen, die womöglich in gut gelaunter probenatmosphäre auch von den sängerinnen selbst angeboten wurden. die gute laune überträgt sich in edesheim und wir haben einzig anzumerken, dass man sich um zugaben länger bitten lassen sollte. aw 

 

zurück zur Pressespiegel-Übersicht

Besuchen Sie uns auch auf Facebook.

 

Das Märchenschloss an der Südlichen Weinstraße


KELLERZAUBER AUF SCHLOSS EDESHEIM


Freuen Sie sich auf Musik, Theater, Kabarett und Gaumenfreuden im Wittelsbachkeller von Schloss Edesheim!

Weitere Infos...